Ruhezeiten und Parkplatzmangel.
Mit Inkrafttreten der neuen Verordnung über Lenkzeiten und Ruhezeiten für Lkw vom ersten Juli 2006, hat sich die Lage auf Deutschlands Parkplätzen insbesondere auf Autobahnen und Bundesstrassen drastisch zugespitzt. Die Lenkzeitenverordnung sieht anstatt der bisherigen 8 Stunden eine Ruhezeit von täglich mindestens 9 Stunden vor. Außerdem ist stets nach viereinhalb Stunden eine mindestens 45 Minuten dauernde Ruhepause einzulegen. Unterm Strich bedeutet dies, dass mehr Laster gleichzeitig parken und demzufolge auf geeignete Parkplätze angewiesen sind.
Der elektronische Fahrtenschreiber und die Einhaltung der Ruhezeiten.Die neuen elektronischen Fahrtenschreiber warnen den Kraftfahrer bereits im Vorfeld vor dem Überschreiten der Lenkzeit. Wer dieses Zeichen ignoriert, den Alarm "wegdrückt" und dann mit Ablauf der zulässigen Lenkzeit keinen Parkplatz findet, macht sich der vorsätzlichen Lenkzeitüberschreitung schuldig. Auch wenn kein geeigneter freier Parkplatz zur Verfügung stand, schützt dies in der Regel nicht vor einer Abstrafung. Als Lkw-Fahrer ist man also gut beraten sich rechtzeitig einen Parkplatz zu suchen. Das klingt relativ einfach, ist in der Praxis aber oft fast unmöglich. Gerade an den Autobahnen fehlt eine ausreichende Anzahl an geeigneten Stellplätzen für die enorme Anzahl von Lastern auf Deutschlands Strassen. |
11000 neue Parkplätze für Lastwagen geplant.
Der Bund plant die Zahl der Autobahnparkplätze für Lkw um 11000 bis zum Jahr 2015 zu erhöhen. Derzeit existieren ca. 21000 Parkplätze auf 1950 Parkplätze und Rastanlagen. Im ersten Moment erscheint dieses Vorhaben als großzügig dimensioniert. Geht man jedoch wie einige Automobilverbände davon aus, dass sich bis zum Jahr 2025 der Straßengüterverkehr um 85 Prozent erhöht, ist dies eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Schon jetzt ist für Lkw-Fahrer nach 18.00 Uhr fast unmöglich einen freien Parkplatz direkt an der Autobahn zu finden. Um die Vorschriften für Lenkzeiten und Ruhezeiten einzuhalten, weichen daraufhin viele Lasterfahrer zum Parken auf autobahnnahe Gewerbegebiete und Wohngebiete aus. Da ist der Ärger mit Anliegern und Anwohnern natürlich vorprogrammiert.
Das Problem mit den Lenk- und Ruhezeiten.
Betrachtet man die Problematik Lenk- und Ruhezeiten in Zusammenhang mit den fehlenden Parkplätzen, so lässt sich relativ leicht erkennen, wer auch in Zukunft wieder der "Dumme" sein wird, nämlich der Lkw-Fahrer. So hat der angestellte Lasterfahrer zum einen Chef und die Disposition im Nacken, die von der langwierigen Parkplatzsuche meist nur wenig angetan sind, zum anderen muss er die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung einhalten und er ist derjenige der beim Verstoß gegen die Lenk- und Ruhezeiten bestraft wird. Von Lkw zugeparkte Ein- und Ausfahrten von Parkplätzen und Raststätten stellen nicht zuletzt ein sehr großes Unfallrisiko dar.
Unsere Meinung zum Sachverhalt.
Wer Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten mit relativ hohen Strafen ahndet, sollte zu erst die Möglichkeit schaffen, dass bestehende Regeln auch eingehalten werden können. Der Schutz der Allgemeinheit vor potentiellen Gefahren sollte nicht nur durch harte Bestrafungen von Fehlverhalten durchgesetzt werden. Vielmehr geht es darum, erst mal dafür Sorge zu tragen, dass diese Regeln auch eingehalten werden können. Dies lässt sich in diesem Fall nur mit dem Bau von ausreichend vielen Stellplätzen erreichen. Da enorme Summen durch neue Lkw-Maut, Kraftfahrzeugsteuer und Mineralölsteuer eingenommen werden, müssten sich solche Vorhaben doch realisieren lassen?
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